May 30 2010

Einfluss des Gurtzeugs auf die Gleitzahl

Der Schirm XY gleitet 0.2 Gleitzahlen besser als der Schirm YZ… sind Sprüche die man oft von Piloten hört. Oder: Ich muss mir unbedingt einen neuen Schirm kaufen, die modernen Schirme fliegen viel besser als alte Schirme. Das mag sein. Aber was hat ein anderes Gurtzeug für einen Einfluss auf die Leistung meines Schirmes? Was macht es aus, wenn ich von einem aerodynamisch sehr ungünstigen Gurtzeug auf ein hochmodernes Liegegurtzeug wechsle? Bringt das überhaupt was? An Stammtischgesprächen hört man ja immer wieder, dass ein Liegegurtzeug nur im beschleunigten Flug und bei Hochleistern einen nennenswerten Einfluss hat… Naja, wir wollten dieser Sache auf den Grund gehen und haben versucht, anhand von mehreren Vergleichsflügen den Unterschied herauszufinden.

Bild: Gleitvergleich im Trimmspeed

Zur Messung: Wir sind bei allen Flügen gleichzeitig gestartet und ca. 3km mit 10m Flügelabstand geradeaus geflogen. Ein Gleitschirmpilot mit Liegegurtzeug, der Andere mit einem Acrogurtzeug. Um den Einfluss der Armhaltung zu minimieren haben sich beide Piloten mit den Händen am Tragegurt festhalten und die Bremsen komplett gelöst.

Bei den ersten zwei Flügen haben wir einen unbeschleunigten Gleitvergleich gemacht. Nach dem ersten Flug wurden die Schirme getauscht, um etwaige Trimmungsunterschiede ausschliessen zu können. Der Gleitunterschied war bei beiden Flügen deutlich: Der Schirm mit dem Liegegurtzeug ist höher ans Ziel gekommen als der Schirm mit Acrogurtzeug. Die Leistungsverbesserung beträgt bei diesen Vergleichen ca. 9.7 % (0.75 Gleitpunkte) zugunsten des Liegegurtzeuges. Interessant ist auch die Geschwindigkeit: Beim ersten Flug war der Schirm mit Liegegurtzeug 0.7km/h schneller, beim 2. Flug 0.12 km/h schneller. Dies zeigt, dass der eine Schirm etwas schneller getrimmt war. Ebenfalls war der Pilot mit Liegegurt im Trimmspeed minimal schneller unterwegs und hat dabei eine deutliche Leistungsverbesserung gezeigt.

Der nächste Schritt waren die beschleunigten Flüge. Der erste Flug war nicht aussagekräftig, da wir zu starken Einfluss von Turbulenzen hatten. Beim zweiten Flug hatten wir über dem See nur eine kurze ruhige Gleitstrecke, sodass diese Aussagen nicht sehr genau sind. Auch hatten wir keine Gelegenheit mehr einen dritten Flug zu machen um die Schirme zu tauschen. Was wir aber herausfanden war trotz allem sehr interessant: Der Schirm mit Liegegurtzeug war 1.3km/h schneller unterwegs und hatte bei dieser höheren Geschwindigkeit eine um 10.5% (+0.6 Gleitpunkte) bessere Leistung. Berücksichtigt man den Geschwindigkeitsunterschied und rechnet ihn linear zurück auf die Geschwindigkeit vom Gleitschirm mit Acrogurtzeug, kommt man auf eine um 12.9% bessere Leistung vom Schirm mit Liegegurtzeug (+0.8 Gleitpunkte). Die Messungen im beschleunigten Flug zeigen also auch hier einen deutlichen Einfluss. Um dies verifizieren zu können, müsste man noch mehr Messungen machen. Vor allem bei gleicher Geschwindigkeit.

Nova hat uns freundlicherweise die Polare vom Nova Oryx und die Widerstandsverteilung bei verschiedenen Geschwindigkeiten zur Verfügung gestellt. In den folgenden Grafiken sieht man, dass der Anteil vom Piloten & Gurtzeug im Trimmspeed bei 20% liegt, beschleunigt bei 26%! Bei einem Hochleister wird das Ganze noch extremer ausfallen, denn der Profil- sowie der Leinenwiderstand ist verhältnismässig kleiner als bei einem Standardklasse-Gleitschirm. Dies hat zur Folge, dass der Einfluss von Pilot&Gurtzeug verhältnismässig deutlich höher ausfällt.

Bild: Widerstandsverteilung Nova Oryx Trimmspeed

Was heisst das in der Praxis?

Die Messungen haben gezeigt, dass der Wechsel von einem normalen Gurtzeug auf ein Liegegurtzeug eine deutliche Leistungssteigerung bringt. Im von uns getesteten Fall eine Gleitzahlverbesserung von 0.75 (relativ 9.7%), was deutlich mehr ist als der Wechsel in eine höhere Gleitschirmklasse! Beschleunigt ist der Gleitzahlunterschied noch deutlicher, nämlich 0.8 (relativ 12.9%). Klar, Liegegurtzeuge haben neben vielen Vorteilen auch Nachteile: Höhere Twisttendenz bei gröberen Kappenstörungen, höheres Gewicht, grösseres Packvolumen und sind aufwendiger einzustellen etc.

Man muss aber die ganze Gleitzahlgeschichte auch etwas relativieren. Der von uns gemessene Gleitunterschied von 0.75 hat auf die Distanz von 2850m einen Höhenunterschied von 32m ergeben (Acrogurt: GZ 7.81, Liegegurt: GZ 8.56). Dies ist nicht extrem viel für den Normal Gleitschirm-Piloten. Für das Strecken- oder Wettkampffliegen sieht es natürlich ganz anders aus…

Bild: Höhendifferenz zwischen unterschiedlichen Gleitzahlen

Schlusswort:

Diese Vergleiche wurden ohne jegliches kommerzielles Interesse gemacht. Veröffentlichung oder Verteilung im Internet in unveränderter Form ist erwünscht. Ich möchte mich hiermit bei folgenden Personen bedanken, welche mitgeholfen haben diese interessanten Vergleiche zu realisieren:

Pascal Bürgi für das Fliegen vom 2. Schirm

Andrin & Silvan Kamber für die Foto’s

Urs Haari von High-Adventure für die Testschirme

Hannes Papesh von Nova für die Polare vom Oryx

Wichtiger Hinweis: Die Gleitzahlangaben dürfen nicht als absolute Werte für den verwendeten Schirm betrachtet werden, weil die Flüge nicht in absolut ruhiger Luft durchgeführt wurden. Es dürfen nur die Gleitzahlen relativ zueinander pro Flug betrachtet werden (also der Vergleich Liege-/ Acrogurt). Um absolute Gleitzahlangaben machen zu können müsste man den Schirm sehr genau in vielen Flügen ausmessen oder mit einem Referenzschirm vergleichen.

Hier der Bericht im PDF-Format inkl. Messresultate.

Autor: Marco


May 24 2010

Magic Fiesch

Fiesch, 24.5.2010

Heute sind Andrin, Henning und ich wiedermal nach Fiesch gegangen um etwas Airtime zu sammeln… Die Prognosen versprachen viel, gute Labilität, hohe Basis, wenig Wind in der Höhe. Hoch motiviert und mit grossen Plänen sind wir schon um 10:30 Uhr gestartet.

Bild: Die Meute vor dem Start ;-)

Das Goms rauf und runter ging eigentlich relativ gut, nur war heute Blauthermik angesagt. Beim Goms runterfliegen machte sich langsam aber sicher mühsamer Wind von West bemerkbar. Bei Ulrichen sah ich Henning mit seinem F-Gravity. Er hat es bis nach Oberwald und fast zurück nach Fiesch geschafft. Nicht schlecht für das Erste Mal Fiesch und dann noch mit einem Acro Schirm!

Bei der Riederalp hab ich sehr lange einen mega schwachen Schlauch ausgedreht, einfach um genug hoch nach Brig queren zu können. Wollte nicht so wie letztes Mal in Brig runtergespült werden. Der Plan ist sehr gut aufgegangen. Als ich bei Brig wieder die Basis erreicht habe sah ich ganz tief unten Andrin. Ich war mir ziemlich sicher, dass er in Brig landen geht. Er hat sich aber irgendwie wieder hoch gekämpft und ist bis Fiesch zurückgekommen!

Bild: Aletschgletscher

Ab Visp wurde der Westwind immer stärker. Bei Gampel wurde es mir dann zu bunt. Hab zuerst noch versucht mit Vollgas weiterzufliegen, aber die bockige Leethermik, ein paar beschleunigte Klapper und der starke Westwind haben mir die Lust am weiterfliegen genommen. So hab ich dann umgedreht und bin über die Riederalp ans Breithorn zurückgeflogen. Am Breithorn noch gemütlich rumgesoart und dann in Fiesch landen gegangen. Ich fliege ja schliesslich zum Spass und nicht wegen den Punkten.

Wenn ich mir die Flüge von anderen Piloten anschaue habe ich 2 grosse Fehler gemacht:

1. Ich habe zuviel Zeit verloren im Goms. Dadurch war ich zu spät im Unterwallis und der Westwind war schon stark

2. Geduld bei Gegenwind nicht verlieren! Daran muss ich noch schwer arbeiten.

Alles in Allem wars aber wieder ein gelungener Tag im Wallis.

Hier noch der Track.


Apr 18 2010

Mein erster 100er ;-)

Fiesch, 17.4.2010

Heute war der Tag der Wahrheit, Marco (b) Stefan und ich gingen ins Wallis um ein bisschen rumzuheizen. Die Prognosen versprachen viel, Basis über 3000m, guter Gradient, keine Überentwicklungen. Lediglich der Ostwind könnte stark werden. Im Zug erzählte ich noch von meinen Plänen, heute meinen ersten hunderter zu machen. Glaubte aber selber noch nicht richtig daran. Um 10:00 Uhr sind wir in Fiesch angekommen, leider etwas spät denn es waren schon viele Piloten in der Luft und nahmen die erste Querung nach Bellwald in Angriff. Heute war mein erster Flug mit der Pinkeleinrichtung. Also am Blasendruck kann’s nicht mehr scheitern. Um 11:15 Uhr sind wir dann gestartet.

Bild: Fieschergletscher, bei der Querung nach Bellwald

Es ging gratis bis auf 3000m rauf. Das Goms rauf und runter bin ich nicht so richtig vorwärts gekommen. Hab lange gebraucht, bis ich begriffen habe dass die Schläuche weiter aussen, fast im Tal standen. Eigentlich logisch wenn’s weiter oben noch voller Schnee ist… Interessant war noch der Gleitvergleich von meinem Aspen 2 zu einem Aspen 3: Bei den Querungen sind wir beide halb beschleunigt geflogen. Der Pilot mit dem Aspen 3 hatte ein normales Gurtzeug. Ich bin dank Liegegurtzueg nach jeder Querung höher angekommen… Bringt also schon was. Vermutlich mehr als ein neuer Schirm.

Zurück bei Fiesch ging’s dann ziemlich flott voran. Der Ostwind ist beim Flug über der Riederalp ins Wallis eingedrungen und hat mich ziemlich gut nach Westen geschoben.

Bild: Schöne Wolken richtung Westen. Flug Richtung Riederalp

Der Ostwind reichte bis zum Lötschenental. Dort war es dann mehr oder weniger Windstill. Bis Crans Montana ging’s gut. Beim Rückweg zum Lötschenental hab ich keinen einzigen Kreis mehr gemacht, musste teilweise sogar die Ohrenanlegen und Speed geben um nicht zu nah an die Wolken zu gelangen. Nach der Querung des Lötschenentals wurde es ziemlich anspruchsvoll. Voll beschleunigt ging’s nurnoch mit 20-25km/h vorwärts. Bei Visp wurde es mir dann zu bunt, mir war es nicht mehr so wohl im Lee nach Thermik zu suchen. Zudem wusste ich nicht wie stark der Wind weiter oben im Wallis wehen würde. Aber voller Freude und im Wissen den hunderter geschafft zu haben bin ich dann in Brig gelandet. In Brig hatte es dann komischen Wind von Südost der vom Simplon her runterströmte… Bin dann aber trotzdem sanft auf einer schönen Wiese gelandet. Herzlichen dank an Kurt und Anita die mich freundlicherweise bis an den Bahnhof Fiesch gefahren haben!

Was für ein Flug! Das Wallis ist halt schon magisch… Überall geht’s ambrüf ;-) Hier noch der Flug

Bild: Endanflug in Brig

Gruss -Marco (s)


Apr 18 2010

Mehr als nur warme Luft

Was für ein geiler Tag!

Momentan habe ich gerade “Semesterferien” und deshalb den ganzen Samstag frei. Ich wollte schon immer raus aus dem Engelbergertal und mal was anderes sehen. So entschlossen wir uns schliesslich für einen Ausflug ins Wallis. Am Samstag war dann um 6.10Uhr aufstehen angesagt. Mit noch etwas eingeschränktem Sichtfeld suchte ich noch die letzen Sachen zusammen. GPS, Vario, Funk, Thermounterwäsche, Schal, Handschuhe, Fotoapparat….Gleitschirm, Gurtzeug, Quickoutummontierwerkzeug…. ich hoffte an alles gedacht zu haben und machte mich mit dem Auto auf den Weg Richtung Zug um Stefan vom GCL abzuholen. Zusammen fuhren wir nach Kriens, wo wir Marco trafen. Von dort aus gings weiter Richtung Andermatt, wo wir in den Zug umstiegen, um dann durch den Furka ins Wallis zu gondeln. Die Fahrt dauerte 1h20min. Eine gute Gelegenheit, um das Briefing zu machen. Schliesslich fuhren wir mit dem Zug mehr oder weniger die gesamte Flugstrecke ab. Ich bekam von den beiden Streckencracks wertvolle Tipps, wo es gut ist zum fliegen, und wo man besser nicht hinfliegt. Und Ruckzuck waren wir in Fiesch. Es hingen schon die ersten Schirme über der Fiescheralp. Also nichts wie rauf. Ich besorgte mir noch zwei Getränkeflaschen für den Flug. Am Startplatz war schon ein Riesen-Getümmel. Als wir ankamen, sahen wir gerade noch den Heli-Urs starten. WIr waren also nicht die einzigen Flachland-Indianer, die den Weg ins Wallis gefunden haben.

Ich breitete meinen Strecken-Traktor aus und verstaute meine Sachen im Gurtzeug. Sturmhaube auf, Vario an, GPS Tracking an….und los! Der Start war ganz leicht. Es gab einen schönen gleichmässigen Aufwind. 200m vor dem Startplatz zeigten dutzende Gleitschirm den Startschlauch an. Na gut…da gehen wir auch mitdrehen. Es fing recht schnell an zu steigen. Mein GPS zeigte 3.5m/s an! Geil! Nach 15min im Startschlauch war ich bereits auf 3200m angekommen! Ein Blick richtung Norden…da müsste der Aletschgletscher sein. Und da war er auch. Eine riesengrosse, schöne, weisse Fläche….leider. Man erkannte gar nicht, dass das der Gletscher war. Also wenn dies der Konkordia-Platz ist, dann muss das dort oben die Jungfrau sein, dort der Mönch und ganz rechts der Eiger. Einfach obergeil, dieses Panorama! Im Südwesten sieht man sogar das Matterhorn! OK…weiter mit fliegen. Ich habe mir vorgenommen für den Anfang mal das Goms etwas hoch zu fliegen. Mal schauen wie weit ich komme. Also los…erste Talquerung rüber nach Bellwald. Drüben angekommen hab ich sofort wieder Anschluss gefunden und konnte wieder aufkurbeln. Geil…das geht ja gratis. Man kann genau voraussagen wo die Schläuche zu finden sind. Über den Kreten und bei den Schneekanten gehts immer rauf. Mal aufdrehen bis es nicht mehr geht. Piepiepiepiepiepiep! Bei 3500m war die Basis. Wow diese Aussicht hier! Jetzt sah ich schon den Furkapass. Ist ja gar nicht so weit. Also los…weiter Richtung Osten! So flog ich von Krete zu Krete und hoppelte so immer tiefer ins Goms hinein. Auf dieser Strecke müsste man Verkehrsschilder aufstellen. Überall Gleitschirme. Einmal ist mir ein weisser Hochleister entgegen gekommen. Den hab ich erst verdammt spät gesehen. Zum Glück die Hauptfarbe von meinem Schirm ein leuchtendes rot. Als ich bei Münster wieder am aufdrehen war, sah ich 100m über mier Marco mit seinem Streckenschirm und seinem Liegestuhl. So trifft man sich wieder! :) Wir haben uns im Startschlauch aus den Augen verloren. Ich habe ihn dabei beobachtet, wie er wild mit den Händen herumruderte. Wie ich im nachhinein erfuhr, war das um die Hände aufzuwärmen. Mal schauen ob ich zu ihm aufschliessen kann. So versuchte ich an Ihm dran zu bleiben. In den Schläuchen gelang das auch ziemlich gut und ich hatte das Gefühl sogar ein klein wenig schneller zu steigen als er. Aber bei den Talquerungen hat er mich immer wieder abgehängt. Östlich von Münster kam dann wieder so eine Talquerung. Nach etwa der Hälfte bemerkte ich, dass weiter vorne gar keine anderen Schrime mehr zu sehen waren. Das gefiel mir nicht. Weil mein Traktor nicht mit der Gleitleistung von Marcos Aspen 2 mithalten konnte, entschloss ich mich umzukehren und zurück zum letzten Schlauch zu fliegen. Scheisse wo ist der hin. Ich bin schon viel tiefer als vorhin. Und überhaupt, mein Vario war nur noch am pfeiffen….Sinkalarm. Kacke! War das etwa schon die Grimselschlange, die mich in den Arsch biss? Ich versuchte zurück an die nächste Krete zu gelangen. Aber ich hab schon zu viel Höhe verloren und fand keinen Anschluss mehr. Zu nah ans Gelände wollte ich nicht. Innerhalb von 15min hab ich knapp 2000m verbraten. Im nachhinein gesehen bin ich wohl einfach zu übermütig geworden und einfach mal drauflosgeflogen. Bei einer Talquerung umzukehren war auch nicht die beste Idee. Naja…ich bin dann in Reckingen gelandet und dort zum Bahnhof, um mit dem Zug zurück nach Fiesch zu gelangen. Erst nach der Landung merkte ich, wie kaputt ich eigentlich war. Die dünne Höhenluft, der Wind und die Sonne setzen einem recht zu. Ich musste 20min auf den Zug warten. In dieser Zeit sah ich drei Piloten, die genau am selben Ort versoffen sind wie ich. Naja…ich war also nicht der einzige.

In Fiesch machte ich mich wieder auf den Weg zur Talstation. Dort sass Bruno auf der Bank. Die Welt ist schon klein. Wir fuhren zusammen rauf und gingen zuerst mal etwas trinken. Es kam uns etwas spanisch vor, dass keine Gleitschirm in der Luft mehr zu sehen waren. Ich hab dann kurz mit Stefan telefoniert. Er meinte das starten jetzt kein Problem sei. Nur bei der Landung sollten wir uns etwas in acht nehmen. Wir gingen also rüber zum Startplatz und machten uns wieder Startbereit. Jetzt war der Aufwind viel heftiger. Beim Rückwärts-Starten hats mich 2x um die flasche Seite ausgedreht….ok, Abbruch, nochmal. Danach gings los. Der Startplatzschlauch stand immernoch. Hm…wo wollte ich eigentlich hinfliegen? Mal gemütlich ein bisschen beim Startplatz rumgegurkt und das Skigebiet ein bisschen genauer angeschaut. Ich könnte doch den Gletschter nochmal anschauen gehen. Also los…aufkurbeln. Leider gings nicht mehr so hoch wie am Morgen. Aber ich bin dann mal auf 3000m nach hinten geflogen. Hat ganz knapp nicht gereicht um den ganzen Gletscher zu sehen. Wie weiter? Marco hat sich noch immer nicht gemeldet. Das heisst, er war immernoch bei seinem ersten Flug. Mittlerweile schon ca. 5h! Also entschied ich mich hier in der Gegend noch ein bisschen rumzukurven. Ich flog rüber zur Bettmeralp. Nun wurde es langsam kühl und ich bekam durch die aufrechte Sitzpositon auch langsam etwas Rückenschmerzen. Ich beschloss mich mal Richtung Landeplatz zu orientieren. Wegen dem Talwindsystem in Fiesch entschied ich mich für den Landeplatz in Lax. Der war mitten im Haupttal und riesengross. Jetzt merkte ich erst wie stark der Ostwind eigentlich war. Ich kam noch mit 16-19km/h voran. Ob das wohl reicht?? Ich legte mir einen Plan B zurecht und hielt einfach mal drauflos. Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiip….Sinkalarm…..Kacke….Als ich nochmal über einen Westhang flog gings wieder ein bisschen rauf. Das muss reichen! Und es reichte. Ich kam ca. 400m über dem Landplatz an. Eigentlich eine schöne Höhe zum runtersauen. Aber ich war schon ziemlich müde und so entschloss ich mich, Flugschul-mässig gemütlich runter zu kurven. Es war dann doch nicht so gemütlich wie geplant. Unten herrschte immernoch starker Talwind. Als ich durch die Konvergenzschicht von Ost- in den Talwind kam, hat es mich ein paar mal so richtig durchgeschüttelt. Der Landeanflug war auch recht Turbulent und ich war froh als ich heil auf dem Boden ankam. Was für ein geiler Tag! Ich packte meinen Schirm zusammen und ging zum Bahnhof, der sich gleich neben der Landewiese befand. Scheisse…Zug um 5min verpasst. Der nächste fuhr in einer Stunde. Naja…Gleitschirm auf den Boden und ein bisschen “sünnele”.  Kurz bevor der Zug kam, klingelte mein Handy. Marco war nun auch gelandet! Nach ca. 6h!!!! Er hat seinen ersten 100km Flug geschafft!!!!! Geil! Herzliche Gratulation! Wir verabredeten uns in Fiesch am Bahnhof. Er kam von Brig her mit zwei andere Piloten im Auto. Danach gabs noch das verdiente Landebier! Schlussendlich nahmen wir den Zug zurück nach Andermatt, wo wir das Auto geparkt hatten.

Es war ein rundum gelungener Tag mit herrlichem Wetter, super Panorama und obergeilen Flügen! Z Wallisch isch äbä scho hüere güet! Ich freue mich schon auf den nächsten Ausflug dorthin! Hoffentlich treffen wir dann wieder so einen Hammertag!

Hier noch ein paar Impressionen:

 Aletschgletscher

 

 Vor der ersten Talquerung nach Bellwald

Aufkurbeln

Highway

Marco mit seinem Aspen

3500m (links neben dem A-Gurten-Leinenschloss sieht man ganz klein das Matterhorn : )

Panorama

Die kleine Wiese oben in der Mitte ist der Landeplatz Lax
 

GPS-Track Flug 1

Höhenprofil Flug 1

GPS-Track Flug 2

Höhenprofil Flug 2

 

Gruss Marcob


Mar 24 2010

Schnifis, mein 1. Flug in Österreich

23.3.2010

Bild: Startplatz

Da ich arbeitsbedingt im Moment viel im Rheintal bin und das Glück habe mit zwei angefressenen Gleitschirmpiloten zusammenzuarbeiten, kam es dass wir am Nachmittag frei nahmen und einen kleinen Ausflug nach Österreich machten. Mit dem Auto zum Startplatz hoch und um 13:30 Uhr sind wir dann gestartet. Der Einstieg in die Thermik war sehr harzig. Ich hatte zum Glück kurz nach dem Start eine gute Blase erwischt und konnte mich mühsam Meter für Meter hochkämpfen. Peter, Rolf und Röbi waren tief unten am kratzen.

Ich entschloss mich trotz tiefer Basis alleine nach Osten loszufliegen. Der Weg bis zum Zitterklapfen war dank tiefer Basis sehr mühsam. Jeden Schlauch ausdrehen und mit dem besten gleiten zum nächsten Hang fliegen. Der Hinweg ging erstaunlich gut, dank der Sonne im Rücken. Beim Rückflug war’s schon etwas spät und die Thermik wurde immer schwächer. So kam ich immer tiefer und musste bei jeder Rippe etwas aufsoaren um zur nächsten zu gelangen ;-) Mit Müh und Not hat’s aber nach 3 Stunden doch noch zum offiziellen Landeplatz gereicht. Österreich bleibt mir in guter Erinnerung ;-) Die Streckenflugsaison hat definitiv begonnen! Hier noch der Track.

Bild: Landeplatz

ps: brauche glaub ein Liegegurtzeug wenn ich mir überlege was der Gleitvergleich letzte Woche mit Domi und Sebi gezeigt hat. Das Acrogurtzeug ist aerodynamisch halt schon eher etwas ungeschickt…

posted by sternzerstoerer