May 24 2010

Magic Fiesch

Fiesch, 24.5.2010

Heute sind Andrin, Henning und ich wiedermal nach Fiesch gegangen um etwas Airtime zu sammeln… Die Prognosen versprachen viel, gute Labilität, hohe Basis, wenig Wind in der Höhe. Hoch motiviert und mit grossen Plänen sind wir schon um 10:30 Uhr gestartet.

Bild: Die Meute vor dem Start ;-)

Das Goms rauf und runter ging eigentlich relativ gut, nur war heute Blauthermik angesagt. Beim Goms runterfliegen machte sich langsam aber sicher mühsamer Wind von West bemerkbar. Bei Ulrichen sah ich Henning mit seinem F-Gravity. Er hat es bis nach Oberwald und fast zurück nach Fiesch geschafft. Nicht schlecht für das Erste Mal Fiesch und dann noch mit einem Acro Schirm!

Bei der Riederalp hab ich sehr lange einen mega schwachen Schlauch ausgedreht, einfach um genug hoch nach Brig queren zu können. Wollte nicht so wie letztes Mal in Brig runtergespült werden. Der Plan ist sehr gut aufgegangen. Als ich bei Brig wieder die Basis erreicht habe sah ich ganz tief unten Andrin. Ich war mir ziemlich sicher, dass er in Brig landen geht. Er hat sich aber irgendwie wieder hoch gekämpft und ist bis Fiesch zurückgekommen!

Bild: Aletschgletscher

Ab Visp wurde der Westwind immer stärker. Bei Gampel wurde es mir dann zu bunt. Hab zuerst noch versucht mit Vollgas weiterzufliegen, aber die bockige Leethermik, ein paar beschleunigte Klapper und der starke Westwind haben mir die Lust am weiterfliegen genommen. So hab ich dann umgedreht und bin über die Riederalp ans Breithorn zurückgeflogen. Am Breithorn noch gemütlich rumgesoart und dann in Fiesch landen gegangen. Ich fliege ja schliesslich zum Spass und nicht wegen den Punkten.

Wenn ich mir die Flüge von anderen Piloten anschaue habe ich 2 grosse Fehler gemacht:

1. Ich habe zuviel Zeit verloren im Goms. Dadurch war ich zu spät im Unterwallis und der Westwind war schon stark

2. Geduld bei Gegenwind nicht verlieren! Daran muss ich noch schwer arbeiten.

Alles in Allem wars aber wieder ein gelungener Tag im Wallis.

Hier noch der Track.


Apr 18 2010

Mehr als nur warme Luft

Was für ein geiler Tag!

Momentan habe ich gerade “Semesterferien” und deshalb den ganzen Samstag frei. Ich wollte schon immer raus aus dem Engelbergertal und mal was anderes sehen. So entschlossen wir uns schliesslich für einen Ausflug ins Wallis. Am Samstag war dann um 6.10Uhr aufstehen angesagt. Mit noch etwas eingeschränktem Sichtfeld suchte ich noch die letzen Sachen zusammen. GPS, Vario, Funk, Thermounterwäsche, Schal, Handschuhe, Fotoapparat….Gleitschirm, Gurtzeug, Quickoutummontierwerkzeug…. ich hoffte an alles gedacht zu haben und machte mich mit dem Auto auf den Weg Richtung Zug um Stefan vom GCL abzuholen. Zusammen fuhren wir nach Kriens, wo wir Marco trafen. Von dort aus gings weiter Richtung Andermatt, wo wir in den Zug umstiegen, um dann durch den Furka ins Wallis zu gondeln. Die Fahrt dauerte 1h20min. Eine gute Gelegenheit, um das Briefing zu machen. Schliesslich fuhren wir mit dem Zug mehr oder weniger die gesamte Flugstrecke ab. Ich bekam von den beiden Streckencracks wertvolle Tipps, wo es gut ist zum fliegen, und wo man besser nicht hinfliegt. Und Ruckzuck waren wir in Fiesch. Es hingen schon die ersten Schirme über der Fiescheralp. Also nichts wie rauf. Ich besorgte mir noch zwei Getränkeflaschen für den Flug. Am Startplatz war schon ein Riesen-Getümmel. Als wir ankamen, sahen wir gerade noch den Heli-Urs starten. WIr waren also nicht die einzigen Flachland-Indianer, die den Weg ins Wallis gefunden haben.

Ich breitete meinen Strecken-Traktor aus und verstaute meine Sachen im Gurtzeug. Sturmhaube auf, Vario an, GPS Tracking an….und los! Der Start war ganz leicht. Es gab einen schönen gleichmässigen Aufwind. 200m vor dem Startplatz zeigten dutzende Gleitschirm den Startschlauch an. Na gut…da gehen wir auch mitdrehen. Es fing recht schnell an zu steigen. Mein GPS zeigte 3.5m/s an! Geil! Nach 15min im Startschlauch war ich bereits auf 3200m angekommen! Ein Blick richtung Norden…da müsste der Aletschgletscher sein. Und da war er auch. Eine riesengrosse, schöne, weisse Fläche….leider. Man erkannte gar nicht, dass das der Gletscher war. Also wenn dies der Konkordia-Platz ist, dann muss das dort oben die Jungfrau sein, dort der Mönch und ganz rechts der Eiger. Einfach obergeil, dieses Panorama! Im Südwesten sieht man sogar das Matterhorn! OK…weiter mit fliegen. Ich habe mir vorgenommen für den Anfang mal das Goms etwas hoch zu fliegen. Mal schauen wie weit ich komme. Also los…erste Talquerung rüber nach Bellwald. Drüben angekommen hab ich sofort wieder Anschluss gefunden und konnte wieder aufkurbeln. Geil…das geht ja gratis. Man kann genau voraussagen wo die Schläuche zu finden sind. Über den Kreten und bei den Schneekanten gehts immer rauf. Mal aufdrehen bis es nicht mehr geht. Piepiepiepiepiepiep! Bei 3500m war die Basis. Wow diese Aussicht hier! Jetzt sah ich schon den Furkapass. Ist ja gar nicht so weit. Also los…weiter Richtung Osten! So flog ich von Krete zu Krete und hoppelte so immer tiefer ins Goms hinein. Auf dieser Strecke müsste man Verkehrsschilder aufstellen. Überall Gleitschirme. Einmal ist mir ein weisser Hochleister entgegen gekommen. Den hab ich erst verdammt spät gesehen. Zum Glück die Hauptfarbe von meinem Schirm ein leuchtendes rot. Als ich bei Münster wieder am aufdrehen war, sah ich 100m über mier Marco mit seinem Streckenschirm und seinem Liegestuhl. So trifft man sich wieder! :) Wir haben uns im Startschlauch aus den Augen verloren. Ich habe ihn dabei beobachtet, wie er wild mit den Händen herumruderte. Wie ich im nachhinein erfuhr, war das um die Hände aufzuwärmen. Mal schauen ob ich zu ihm aufschliessen kann. So versuchte ich an Ihm dran zu bleiben. In den Schläuchen gelang das auch ziemlich gut und ich hatte das Gefühl sogar ein klein wenig schneller zu steigen als er. Aber bei den Talquerungen hat er mich immer wieder abgehängt. Östlich von Münster kam dann wieder so eine Talquerung. Nach etwa der Hälfte bemerkte ich, dass weiter vorne gar keine anderen Schrime mehr zu sehen waren. Das gefiel mir nicht. Weil mein Traktor nicht mit der Gleitleistung von Marcos Aspen 2 mithalten konnte, entschloss ich mich umzukehren und zurück zum letzten Schlauch zu fliegen. Scheisse wo ist der hin. Ich bin schon viel tiefer als vorhin. Und überhaupt, mein Vario war nur noch am pfeiffen….Sinkalarm. Kacke! War das etwa schon die Grimselschlange, die mich in den Arsch biss? Ich versuchte zurück an die nächste Krete zu gelangen. Aber ich hab schon zu viel Höhe verloren und fand keinen Anschluss mehr. Zu nah ans Gelände wollte ich nicht. Innerhalb von 15min hab ich knapp 2000m verbraten. Im nachhinein gesehen bin ich wohl einfach zu übermütig geworden und einfach mal drauflosgeflogen. Bei einer Talquerung umzukehren war auch nicht die beste Idee. Naja…ich bin dann in Reckingen gelandet und dort zum Bahnhof, um mit dem Zug zurück nach Fiesch zu gelangen. Erst nach der Landung merkte ich, wie kaputt ich eigentlich war. Die dünne Höhenluft, der Wind und die Sonne setzen einem recht zu. Ich musste 20min auf den Zug warten. In dieser Zeit sah ich drei Piloten, die genau am selben Ort versoffen sind wie ich. Naja…ich war also nicht der einzige.

In Fiesch machte ich mich wieder auf den Weg zur Talstation. Dort sass Bruno auf der Bank. Die Welt ist schon klein. Wir fuhren zusammen rauf und gingen zuerst mal etwas trinken. Es kam uns etwas spanisch vor, dass keine Gleitschirm in der Luft mehr zu sehen waren. Ich hab dann kurz mit Stefan telefoniert. Er meinte das starten jetzt kein Problem sei. Nur bei der Landung sollten wir uns etwas in acht nehmen. Wir gingen also rüber zum Startplatz und machten uns wieder Startbereit. Jetzt war der Aufwind viel heftiger. Beim Rückwärts-Starten hats mich 2x um die flasche Seite ausgedreht….ok, Abbruch, nochmal. Danach gings los. Der Startplatzschlauch stand immernoch. Hm…wo wollte ich eigentlich hinfliegen? Mal gemütlich ein bisschen beim Startplatz rumgegurkt und das Skigebiet ein bisschen genauer angeschaut. Ich könnte doch den Gletschter nochmal anschauen gehen. Also los…aufkurbeln. Leider gings nicht mehr so hoch wie am Morgen. Aber ich bin dann mal auf 3000m nach hinten geflogen. Hat ganz knapp nicht gereicht um den ganzen Gletscher zu sehen. Wie weiter? Marco hat sich noch immer nicht gemeldet. Das heisst, er war immernoch bei seinem ersten Flug. Mittlerweile schon ca. 5h! Also entschied ich mich hier in der Gegend noch ein bisschen rumzukurven. Ich flog rüber zur Bettmeralp. Nun wurde es langsam kühl und ich bekam durch die aufrechte Sitzpositon auch langsam etwas Rückenschmerzen. Ich beschloss mich mal Richtung Landeplatz zu orientieren. Wegen dem Talwindsystem in Fiesch entschied ich mich für den Landeplatz in Lax. Der war mitten im Haupttal und riesengross. Jetzt merkte ich erst wie stark der Ostwind eigentlich war. Ich kam noch mit 16-19km/h voran. Ob das wohl reicht?? Ich legte mir einen Plan B zurecht und hielt einfach mal drauflos. Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiip….Sinkalarm…..Kacke….Als ich nochmal über einen Westhang flog gings wieder ein bisschen rauf. Das muss reichen! Und es reichte. Ich kam ca. 400m über dem Landplatz an. Eigentlich eine schöne Höhe zum runtersauen. Aber ich war schon ziemlich müde und so entschloss ich mich, Flugschul-mässig gemütlich runter zu kurven. Es war dann doch nicht so gemütlich wie geplant. Unten herrschte immernoch starker Talwind. Als ich durch die Konvergenzschicht von Ost- in den Talwind kam, hat es mich ein paar mal so richtig durchgeschüttelt. Der Landeanflug war auch recht Turbulent und ich war froh als ich heil auf dem Boden ankam. Was für ein geiler Tag! Ich packte meinen Schirm zusammen und ging zum Bahnhof, der sich gleich neben der Landewiese befand. Scheisse…Zug um 5min verpasst. Der nächste fuhr in einer Stunde. Naja…Gleitschirm auf den Boden und ein bisschen “sünnele”.  Kurz bevor der Zug kam, klingelte mein Handy. Marco war nun auch gelandet! Nach ca. 6h!!!! Er hat seinen ersten 100km Flug geschafft!!!!! Geil! Herzliche Gratulation! Wir verabredeten uns in Fiesch am Bahnhof. Er kam von Brig her mit zwei andere Piloten im Auto. Danach gabs noch das verdiente Landebier! Schlussendlich nahmen wir den Zug zurück nach Andermatt, wo wir das Auto geparkt hatten.

Es war ein rundum gelungener Tag mit herrlichem Wetter, super Panorama und obergeilen Flügen! Z Wallisch isch äbä scho hüere güet! Ich freue mich schon auf den nächsten Ausflug dorthin! Hoffentlich treffen wir dann wieder so einen Hammertag!

Hier noch ein paar Impressionen:

 Aletschgletscher

 

 Vor der ersten Talquerung nach Bellwald

Aufkurbeln

Highway

Marco mit seinem Aspen

3500m (links neben dem A-Gurten-Leinenschloss sieht man ganz klein das Matterhorn : )

Panorama

Die kleine Wiese oben in der Mitte ist der Landeplatz Lax
 

GPS-Track Flug 1

Höhenprofil Flug 1

GPS-Track Flug 2

Höhenprofil Flug 2

 

Gruss Marcob


Mar 4 2009

Fiescher Thermik Reloaded

Es war ein super Wochenende in Fiesch…

Sonne pur, viel Schnee und jede menge Fun.

Simone, Kusi, Reto, Brigitte, Gab, Milan, Jabba und Ich trafen uns schon frühen Morgens im Sonnigen Wallis in Fiesch.

Gerade erst hochgekommen, ging es auch schon Richtung Startplatz, wo sich schon viele Streckenpiloten und Schaulustige versammelt hatten. Natürlich auch mit von der Partie: Urs, unser HeliGott, diesmal jedoch nicht mit seinem SOL Sonic, sondern mit seinem Niviuk, der Streckenmaschine.

Mein Ziel des Tages: Mindestens einen sauberen Helico zu fliegen. Am Donnerstag zuvor hatte ich das erste mal einen schön zentrierten Helico ca. 10 Umdrehungen mit dem neuen Twister geflogen. Doch es ist nicht einfach und es kommt besonders auf die Einleitung des Helicos darauf an. Von 6 Versuchen klappte gerade mal ein einziger. Vielleicht ist ja das Glück heute mit mir.

Nach einem gemütlichen Anklimatisierungsflug entschied sich Reto, seinen Streckenflügel hervor zu holen. Die Thermik hatte stark zugenommen und es Tummelten sich schon x Piloten in der Luft. Wieder oben angekommen, startete Reto als erster, dann Gab und dann ich. Jaja, ein bisschen aufdrehen und dann ein paar Pistenfräs machen. wirklich geil. Doch die stetigen Ablösungen vom Boden her erschwerten einem erheblich das Pistenfräsen, weil es einen immer wieder aus der Bahn schleuderte. Dann halt eben nicht und wieder aufdrehen und wieder einen Pistenfräs. So, genug gefräst, lassen wirs doch mal mit einem erneuten Helico-Versuch probieren. Doch während ich aufs Tal hinausflog, sah ich auf einmal weit über der Talmitte einen Gelb-Rot-Gestreiften Beamer aufgehen. Bei genauerem beobachten viel mir dann auch noch ein Grau-Oranger AspenFreestyle auf, der nicht mehr so zu fliegen schien.

Das erste was mir durch den Kopf ging war, dass Gab seinen Beamer geworfen hatte. Doch absichtlich? Anscheinend nicht, weil er mir während der Gondelfahrt sagte, das er hier in Fiesch keinen Notschirmabgang riskieren wolle. Doch anscheinend war die Lage ärnster als angenommen.

Ich beobachtete Gab wie er über den Fluss in die Bäume abdriftete und schliesslich mit beiden Schirmen in eine Baumreihe krachte und dort festhing. Nach einem Helico und einem Rythmic SAT kreiste ich noch tief unten über dieses Szenario. Ich sah Reto, der Quer über die Schneebedeckte Wiese zu Gab rannte und Gab, der über den Fluss zu gelangen versuchte. Zum Glück war im nichts passiert.

Nach der Landung schilderte mir dann Gab die Situation. Angeblich flogen noch 10% seines Aspen und er hatte ca. 3 Twist. Nach sofortiger Auslösung des Rettungssystems landete er in den Bäumen neben dem Fluss und befreite sich selbst vom Gurtzeug.

Gab hatte ein Riesenglück und ich glaue, das alle froh sind, das er überhaupt noch lebt. Es wird höchste Zeit, das wir über Wasser Trainieren können!

Als wir wieder oben angekommen waren, wurden wir von Simone und Kussi mit einem strahlen im Gesicht empfangen, die gerade Topgelandet waren.

Simone hatte den Startplatz 700m überhöht und konnte einen Blick auf den Aletschgletscher werfen. Ich freue mich für die beiden, dass sie das Glück hatten zusammen so hoch hinaufzusteigen.

Brigitte, die mit der Flugschule flog, versagte alle anderen mit Ihrem Nova und stieg immer weiter und immer höher hinauf. So eine Chance, in der Schulung mal so einen Flug zu machen, haben die wenigsten. Und davon kann man nur profitieren. Congratulation zu deinem ersten richtigen Höhenflug.

Und beim vierten Flug hatte es bei mir auch geklappt und ich flog einen schönen Helico über 8 Umdrehungen.

Beim letzten und fünften Flug des Tages startete ich und Reto praktisch alleine noch am Startplatz und genossen einen schönen Pistenrun zusammen, wobei ich so tief flog, dass ich mit dem Gurtzeug manchmal die Piste berührte. Während wir übers Tal flogen, versuchte ich, auf den Schirm von Reto zu stehen. Ich flog von hinten an ihn ran und zog meine Beine hoch. dann lief ich wie auf einem Luftkissen auf dem FLX Octane bis über die Eintrittskante nach vorne. Es war einfach ein geiler Augenblick, dem ich jedem wärmstens empfehlen kann. Und gefährlich ist es auch wirklich nicht.

Nun ja, im grossen und ganzen war am Samstag ziemlich viel los und ich denke, wir alle kamen auf unsre Kosten und konnten den Tag bis auf Gab : ( voll auskosten.

Ich hoffe, Gab hat diesmal am Abend auch ein Kerzli angezündet. Ich bin echt froh, bist du noch hier und freue mich auf weitere tolle Flüge mit dir.


Jan 13 2009

Super Fiesch Weekend : )

Ob Pistenfräs, Acrofliegen oder einfach in der Thermik aufdrehen und Toplanden, es gibt kein besseres Winterfluggebiet das zu allem hin noch so günstig ist.

Schon am Freitag trieb es Simone und mich in die Nebelfreie Zone des wunderbaren Wallis nach Fiesch. Reto und Pascal kamen dann am Samstag dazu. Im Hotel du Glassie ( oder so ähnlich ) dem ältesten Hotel von Fiesch konnten wir sehr günstig übernachten inclusive Frühstück.

Simone hatte noch mit Ihrer Blockade zu kämpfen und fühlte sich im neuen High-Adventure Gurtzeug noch völlig komisch.

Ich für meinen Teil übte und perfektionierte meine “Runs”. In einem Run flog ich immer dasselbe Programm über ca. 800-900 Höhenmeter. Ein Run besteht aus einem normalen Fullstall, mit dem Vorschiessenden Restschwung zu einem dynamischen Fullstall die wirklich manchmal gut “klappten” ;) . Dann aus drei Wingover zwei Umgänge asymmetrischer SAT der mit der Zeit richtig Hoch wurde und sehr schön funktionierte. Anschliessend aus der Spirale heraus einen Looping mit anschliessendem dynamischen SAT nach links.

Nach fünf Trainings-Flügen war dann die Puste weg und ich und Simone gönnten uns ein echtes, Walliser Raclette mit anschliessendem Spaziergang im Mondschein…

… ” Warte mal, hörte ich da Mondschein?”…

Es war kurz vor Vollmond und das Fischertal wurde dadurch hell beleuchtet. Ich und Simone sahen uns an und beide dachten das Gleiche: Vollmondflug!

Die letzte Bahn ging jedoch um 22:00 hoch und es war 21:55 Uhr. Zu spät um noch die Schirme im Hotel zu holen und hoch zu fahren. Egal, morgen ist auch noch ein Tag.

Am Samstag trafen wir Reto, Pascal, Silvan und Andrin. Die Thermischen Verhältnisse waren recht gut und alle konnten sich vor dem Startplatz halten. Doch wie es so in Fiesch ist, waren wir nicht die einzigen. ca. 15 andere Piloten tummelten sich im kleinen Thermik-Schlauch und keiner achtete auf den andern. Einer flog seine Kreise nach links, alle andern nach rechts und einer Quetschte sich kreuz und quer durch die Traube. Mir wurde es dann zu viel und ich Crashte fast mit so einem Deppen zusammen. Also raus aus dem Getümmel und ab auf die Skipiste einen geilen Race flitzen. Reto folgte mir dabei mit seiner Helmkamera. Es ist schon beindruckend, wenn man 50cm direkt vom Boden entfernt auf der Piste entlangzischt. Mal da einen Skifahrer verfolgen, mal da einer Gruppe Boarder den Weg versperren und  immer ein paar nette Sprüche obendrauf.

Natürlich hatte Reto äusserst grosse Mühe, mir zu folgen, weil er immer meine niedlichen Randwirbel zu spüren bekam. So flogen wir auch gemeinsam ins Tal hinaus, während Reto supergeile Aufnahmen machte. Immer wieder versuchten wir einander auf die Kappe zu stehen. Einmal fehlten nur fünf Zentimeter und Reto währe auf meiner “Augenweide”, ich meine mein Twisterli, gelandet. Voll fet! : ) Das müssen wir weiterhin üben, war ganz cool :)

Und auch für einen “Stabilofick”, äh, ich meine Wingtutch, hats noch gereicht ;)

Nun, über dem Tal angekommen, filmte mich Reto bei meinen Fullstall-Versuchen. ( Ich hoffe, ich sehe die Aufnahmen bald)

Nach dem ersten normalen Fullstall hatte ich ein ziemlich grosses Vorschiessen. Es war schön symetrisch und perfekt um einen sauberen dynamischen Fullstall zu reissen. Also, “Zack!”, unter dem Schirm wieder durch, pendelte ich hoch. Nun sachte anbremsen und abwarten. Und, genauuu … JETZT!!! die Bremsen voll durchziehen.

Es entleerte sich einfach alles, was man beim Twisterli entleeren kann. Jede einzelne Kammer, jede Zelle entleerte sich für einen Bruchteil einer Sekunde, wobei es mir eine Ewigkeit vorkam. Die Austrittskante Krümmte sich zur Eintrittskante und formte sich vor mir zu einem dünnen Faden, der unter dem Horizont hinter mir stand. Es kam mir wie eine Ewigkeit der Schwerelosigkeit vor, einen Moment, als sei alles ausser Kontrolle geraten. Keinen Druck auf den Bremsen. Ich schwebte über der zusammengerollten Kappe.

Nun kam die Vorfüllphase. Ich liess die Bremsen wieder ein wenig hoch. POFFF!!! Es gab einen Riesenchlapf im Schirm und alles flog wieder als ich unter dem Schirm durchgependelt war. Geil, ich hatte ein erster richtiger dynamischer hoher Fullstall geflogen. Dann doch gleich ein paar fette Wingovers und etwas hinter dem Nullpunkt einen sehr, sehr hohen Asymmetrischen SAT. Ein bisschen zu hoch, das es noch einer war, ich gaube eher, an ein versehentliches Tumbling. Rasch ausleiten damit ich kein blaues Auge im Gesicht habe. Dann noch ein Loop und dynamischer SAT.

Das war mit Abstand der Geilste Run dieser Tage in Fiesch, den ich flog.

Auch Simone hatte ihre Glückssträhne und konnte am Startplatz Toplanden. Sie gewann wörtlich das Vertrauen in Ihr Schirm wieder und hatte nun echt Spass am fliegen. Ich bin soooo glücklich und alle waren Happy. Simone fragte Xandy, Fluglehrer von der Flugschule “Flug-Taxi”, wegen der Anmeldung der Nachtflüge in Fiesch und prompt hatten wir eine Einladung mit Fondue und Start um 21:30Uhr .

Um 18:00Uhr gings dann hoch auf den Gipfel in eine niedliche, kleine Alphütte zum Fondue. Dabei lernten wir unter anderem den plapprigen und lustigen Piloten Gummipeter kennen, der uns mit einfachen Mitteln das Spielen beibrachte ;) ( Achtung: Insider!)

Gegen 21:30Uhr gings dann hinaus auf die Startpiste.

Es war Bibberkalt. Nach zwei Startabbrüchen von Simone konnte ich dann bei Ihrem dritten Versuch direkt hinter ihr her starten. In der Luft dann die Taschenlampe an einer Schnur, ca. einen Meter unter meinem Gurtzeug montiert, herausgebambelt, drehte diese friedlich unter mir und signalisierte meine Anwesenheit deutlich.

Dann, Genuss pur. Am Horizont verschneite Gipfel, kleine, blinkende Lämpli und Autos unter mir. Ein angenehmer  frischer Wind und Totenstille Luftverhältnisse. Es könnte kaum perfekter sein. Einfach geniessen. Einfach chillen. Noch ein wenig über das Lichtermeer fliegen. Und, da ist ja auch noch Simone die mir irgendetwas schönes zuruft :) Ich schaue nach oben zu meinem Twisterli und sehe dahinter ein Meer voller Sterne und ein Mond, der schon ganz voll ist.

Noch ein gemütlicher SAT und ein par Wingover um dann schon leider wieder zur Landung ansetzten.

Alle sind Happy, alle sind glücklich und totmüde, aber sehr, sehr zufrieden.

Mit dem Sonntag neigten sich dann auch schon Simone`s und meine Ferien dem Ende zu. Simone konnte wieder Toplanden und Reto und ich machten noch ein paar Pistenfräs und Filmaufnahmen.

Es war eine sehr schöne Zeit mit euch allen und sicherlich nicht das letzte mal in Fiesch.

Entweder sehen wir uns nächstes Weekend in Adelboden oder sonst übernächstes im altbekannten Engelbergertal auf der nebelumhüllten Brändlen am Parawaiten…

Bis dann Greez


Jan 12 2009

LC1 die Zweite

eh salü tü,

läck isch das wider äs güäts hüärä wuchenend gsi…….cvnkjgvhndfjghkd

Am Morgen zum wach werden Akro fliegen, am Mittag Thermik fliegen bis man die “Chlämmerli” nicht mehr spührt, dann wieder Akro fliegen und Pistenfräs und zum Schluss nach einem spitze Fondue bei Mondschein noch einen “gemütlichen” :-))) Flug ins Tal. Fiesch isch eifach hüäre güet…….wenn nid grad dr schisser hesch. Habe die Bilder in die bestehende Galerie (Fiesch_Jan_09) eingefügt. Greetz retito