Jun 21 2010

LakeSide Moviesession 2010

Ja, es isch fertig und es isch de Hammer!!!

Chömmet alli am 30.06.2010 am Mittwuch uf Hergiswil und unterstützet die Regionale Akropilotä mit eurne Stimme. Je meh, desto besser!!!

Wiiteri Infos findet dir uf www.lakesidefestival.ch .

Do schomal en chliine Vorgschmack…


Jun 20 2010

Scheiss-Wetter 2010 - ich war dabei!

In den letzten paar Wochen war das Wetter nicht ganz optimal…fast schon beschissen. Was könnte man an so einem Grounding-Wochenende sonst noch machen….. Filmchen schneiden! Es hat sich wieder einiges an Material angesammelt. Also los…

Den passenden Sound hatte ich schon lange im Kopf und so war ich mit dem Bildmaterial auch recht schnell fertig. Nun das Exportieren. Bei den Einstellungen die Auflösung auf 1280×960 stellen und fertig.

Aber moment mal…warum ist die Qualität vom fertigen Film so “un-HD”??? Mein Super-Pinnacle-Scheiss-Schneid-Programm hat ein Problem mit 4:3-HD-Bildern. Der HD-Export funktioniert nur im 16:9-Format sauber und mit einer Qualität, die sich sehen lassen kann. Die grösste funktionierende 4:3-Auflösung ist 800×600.

Ich werde dieses Programm wieder verkaufen und in Zukunft auch mit Magix Video Deluxe arbeiten. Hab mir mal die Demo geholt und damit etwas rumgespielt. Scheint zu funktionieren.

Hier das Video aus Pinnacle Studio HD:

 

Und nun freuen wir uns alle auf das bessere Wetter nächste Woche und ein Hammer-Wochenende im Tessin! Alle schön dran glauben und den Teller immer brav ausessen, damit es auch wirklich schön wird!! :)

Gruss Marco


May 30 2010

Einfluss des Gurtzeugs auf die Gleitzahl

Der Schirm XY gleitet 0.2 Gleitzahlen besser als der Schirm YZ… sind Sprüche die man oft von Piloten hört. Oder: Ich muss mir unbedingt einen neuen Schirm kaufen, die modernen Schirme fliegen viel besser als alte Schirme. Das mag sein. Aber was hat ein anderes Gurtzeug für einen Einfluss auf die Leistung meines Schirmes? Was macht es aus, wenn ich von einem aerodynamisch sehr ungünstigen Gurtzeug auf ein hochmodernes Liegegurtzeug wechsle? Bringt das überhaupt was? An Stammtischgesprächen hört man ja immer wieder, dass ein Liegegurtzeug nur im beschleunigten Flug und bei Hochleistern einen nennenswerten Einfluss hat… Naja, wir wollten dieser Sache auf den Grund gehen und haben versucht, anhand von mehreren Vergleichsflügen den Unterschied herauszufinden.

Bild: Gleitvergleich im Trimmspeed

Zur Messung: Wir sind bei allen Flügen gleichzeitig gestartet und ca. 3km mit 10m Flügelabstand geradeaus geflogen. Ein Gleitschirmpilot mit Liegegurtzeug, der Andere mit einem Acrogurtzeug. Um den Einfluss der Armhaltung zu minimieren haben sich beide Piloten mit den Händen am Tragegurt festhalten und die Bremsen komplett gelöst.

Bei den ersten zwei Flügen haben wir einen unbeschleunigten Gleitvergleich gemacht. Nach dem ersten Flug wurden die Schirme getauscht, um etwaige Trimmungsunterschiede ausschliessen zu können. Der Gleitunterschied war bei beiden Flügen deutlich: Der Schirm mit dem Liegegurtzeug ist höher ans Ziel gekommen als der Schirm mit Acrogurtzeug. Die Leistungsverbesserung beträgt bei diesen Vergleichen ca. 9.7 % (0.75 Gleitpunkte) zugunsten des Liegegurtzeuges. Interessant ist auch die Geschwindigkeit: Beim ersten Flug war der Schirm mit Liegegurtzeug 0.7km/h schneller, beim 2. Flug 0.12 km/h schneller. Dies zeigt, dass der eine Schirm etwas schneller getrimmt war. Ebenfalls war der Pilot mit Liegegurt im Trimmspeed minimal schneller unterwegs und hat dabei eine deutliche Leistungsverbesserung gezeigt.

Der nächste Schritt waren die beschleunigten Flüge. Der erste Flug war nicht aussagekräftig, da wir zu starken Einfluss von Turbulenzen hatten. Beim zweiten Flug hatten wir über dem See nur eine kurze ruhige Gleitstrecke, sodass diese Aussagen nicht sehr genau sind. Auch hatten wir keine Gelegenheit mehr einen dritten Flug zu machen um die Schirme zu tauschen. Was wir aber herausfanden war trotz allem sehr interessant: Der Schirm mit Liegegurtzeug war 1.3km/h schneller unterwegs und hatte bei dieser höheren Geschwindigkeit eine um 10.5% (+0.6 Gleitpunkte) bessere Leistung. Berücksichtigt man den Geschwindigkeitsunterschied und rechnet ihn linear zurück auf die Geschwindigkeit vom Gleitschirm mit Acrogurtzeug, kommt man auf eine um 12.9% bessere Leistung vom Schirm mit Liegegurtzeug (+0.8 Gleitpunkte). Die Messungen im beschleunigten Flug zeigen also auch hier einen deutlichen Einfluss. Um dies verifizieren zu können, müsste man noch mehr Messungen machen. Vor allem bei gleicher Geschwindigkeit.

Nova hat uns freundlicherweise die Polare vom Nova Oryx und die Widerstandsverteilung bei verschiedenen Geschwindigkeiten zur Verfügung gestellt. In den folgenden Grafiken sieht man, dass der Anteil vom Piloten & Gurtzeug im Trimmspeed bei 20% liegt, beschleunigt bei 26%! Bei einem Hochleister wird das Ganze noch extremer ausfallen, denn der Profil- sowie der Leinenwiderstand ist verhältnismässig kleiner als bei einem Standardklasse-Gleitschirm. Dies hat zur Folge, dass der Einfluss von Pilot&Gurtzeug verhältnismässig deutlich höher ausfällt.

Bild: Widerstandsverteilung Nova Oryx Trimmspeed

Was heisst das in der Praxis?

Die Messungen haben gezeigt, dass der Wechsel von einem normalen Gurtzeug auf ein Liegegurtzeug eine deutliche Leistungssteigerung bringt. Im von uns getesteten Fall eine Gleitzahlverbesserung von 0.75 (relativ 9.7%), was deutlich mehr ist als der Wechsel in eine höhere Gleitschirmklasse! Beschleunigt ist der Gleitzahlunterschied noch deutlicher, nämlich 0.8 (relativ 12.9%). Klar, Liegegurtzeuge haben neben vielen Vorteilen auch Nachteile: Höhere Twisttendenz bei gröberen Kappenstörungen, höheres Gewicht, grösseres Packvolumen und sind aufwendiger einzustellen etc.

Man muss aber die ganze Gleitzahlgeschichte auch etwas relativieren. Der von uns gemessene Gleitunterschied von 0.75 hat auf die Distanz von 2850m einen Höhenunterschied von 32m ergeben (Acrogurt: GZ 7.81, Liegegurt: GZ 8.56). Dies ist nicht extrem viel für den Normal Gleitschirm-Piloten. Für das Strecken- oder Wettkampffliegen sieht es natürlich ganz anders aus…

Bild: Höhendifferenz zwischen unterschiedlichen Gleitzahlen

Schlusswort:

Diese Vergleiche wurden ohne jegliches kommerzielles Interesse gemacht. Veröffentlichung oder Verteilung im Internet in unveränderter Form ist erwünscht. Ich möchte mich hiermit bei folgenden Personen bedanken, welche mitgeholfen haben diese interessanten Vergleiche zu realisieren:

Pascal Bürgi für das Fliegen vom 2. Schirm

Andrin & Silvan Kamber für die Foto’s

Urs Haari von High-Adventure für die Testschirme

Hannes Papesh von Nova für die Polare vom Oryx

Wichtiger Hinweis: Die Gleitzahlangaben dürfen nicht als absolute Werte für den verwendeten Schirm betrachtet werden, weil die Flüge nicht in absolut ruhiger Luft durchgeführt wurden. Es dürfen nur die Gleitzahlen relativ zueinander pro Flug betrachtet werden (also der Vergleich Liege-/ Acrogurt). Um absolute Gleitzahlangaben machen zu können müsste man den Schirm sehr genau in vielen Flügen ausmessen oder mit einem Referenzschirm vergleichen.

Hier der Bericht im PDF-Format inkl. Messresultate.

Autor: Marco


May 24 2010

Magic Fiesch

Fiesch, 24.5.2010

Heute sind Andrin, Henning und ich wiedermal nach Fiesch gegangen um etwas Airtime zu sammeln… Die Prognosen versprachen viel, gute Labilität, hohe Basis, wenig Wind in der Höhe. Hoch motiviert und mit grossen Plänen sind wir schon um 10:30 Uhr gestartet.

Bild: Die Meute vor dem Start ;-)

Das Goms rauf und runter ging eigentlich relativ gut, nur war heute Blauthermik angesagt. Beim Goms runterfliegen machte sich langsam aber sicher mühsamer Wind von West bemerkbar. Bei Ulrichen sah ich Henning mit seinem F-Gravity. Er hat es bis nach Oberwald und fast zurück nach Fiesch geschafft. Nicht schlecht für das Erste Mal Fiesch und dann noch mit einem Acro Schirm!

Bei der Riederalp hab ich sehr lange einen mega schwachen Schlauch ausgedreht, einfach um genug hoch nach Brig queren zu können. Wollte nicht so wie letztes Mal in Brig runtergespült werden. Der Plan ist sehr gut aufgegangen. Als ich bei Brig wieder die Basis erreicht habe sah ich ganz tief unten Andrin. Ich war mir ziemlich sicher, dass er in Brig landen geht. Er hat sich aber irgendwie wieder hoch gekämpft und ist bis Fiesch zurückgekommen!

Bild: Aletschgletscher

Ab Visp wurde der Westwind immer stärker. Bei Gampel wurde es mir dann zu bunt. Hab zuerst noch versucht mit Vollgas weiterzufliegen, aber die bockige Leethermik, ein paar beschleunigte Klapper und der starke Westwind haben mir die Lust am weiterfliegen genommen. So hab ich dann umgedreht und bin über die Riederalp ans Breithorn zurückgeflogen. Am Breithorn noch gemütlich rumgesoart und dann in Fiesch landen gegangen. Ich fliege ja schliesslich zum Spass und nicht wegen den Punkten.

Wenn ich mir die Flüge von anderen Piloten anschaue habe ich 2 grosse Fehler gemacht:

1. Ich habe zuviel Zeit verloren im Goms. Dadurch war ich zu spät im Unterwallis und der Westwind war schon stark

2. Geduld bei Gegenwind nicht verlieren! Daran muss ich noch schwer arbeiten.

Alles in Allem wars aber wieder ein gelungener Tag im Wallis.

Hier noch der Track.


May 17 2010

Der Niederbauen ist der bessere Zugerberg

Heute war wiedermal fliegen angesagt!

Es war zwar nicht das Hammer-Wetter, aber das beste, was Petrus in den letzten zwei Wochen zu bieten hatte. Es war Nord-WInd angesagt. Also gingen Marco und ich nach Emmetten an den Niederbauen. Vielleicht reichs ja zum ein bisschen soaren. Am Startplatz sah es recht gut aus. Schirm auslegen…ins Gurtzeug steigen….einklinken….und…..jetzt dreht der Wind…..super. Es hatte die perfekte Aufwindstärke von Westen her. Na gut…fliegt trotzdem! Aber mit soaren war nix. Marco versuchte sein Glück westlich bei der Bergnase beim Standard-Schlauch. Er konnte sich gerade so halten. So flogen wir raus, um unsere Schnell-Abstiegstechniken zu verfeinern. Dann gings zum 2. Mal rauf. Der Westwind ist noch ein bisschen stärker geworden. Hm..ich war nicht so motiviert zum fliegen, als ich die Windfahne sah. Der erste Flug war beim rausfliegen recht rumpelig. Na dann, wenns unbedingt sein muss…

Marco hat schon vorher immer zum Niederbauen-Kulm-Westhang rübergeschaut. Er kam auf die Idee, wir könnten doch da hoch laufen. Der Hang war schön zum Wind gerichtet. Da können wir soaren! Also kämpften wir uns durch den letzten Schnee…oder Pflotsch! den Berg hinauf. Etwa in der Hälfte sind wir an einem geeigneten Startplatz angekommen. Wir machten uns bereit. Die Schirme konnte man im Wind aufziehen. Leider rutschten Sie auf dem steilen Schneehang immer wieder ab. Ich versuchte mein Glück nachdem Marcos Schirm wieder verblasen wurde. Mein Vario fing sofort an zu piepsen. Cool! Ich schaute zu Marco, der nach unten verschwand. Es ging zuerst nur auf einem kleinen Band rauf. Ich habe vor dem “Startplatz” ein bisschen Höhe gemacht. Jetzt ist Marco auch gestartet und beginnt auch zu soaren. Dann fliegt er Richtung Norden zur Felswand. Leider gehts dort nur runter und er verabschiedet sich. Um beim Startplatz wieder Anschluss zu finden, ist er schon zu tief. Ich habe nun den Startplatz ca. 100m überhöht und das Vario pieps immernoch! Dann schaue ich mal wo Marco ist. Er kämpf sich mühsam Richtung Emmetten. Wegen dem Wind steht er fast in der Luft. Ich zog noch ein paar Schleifen und peilte dann den offiziellen Startplatz an. Vielleicht gehts ja dort besser vorwärts. Zuerst steigts noch recht weit. Dann bewege ich mich mit einem Nullschieber und etwa 3km/h zur Bergstation. Ca. 100m vor dem Startplatz musste ich auch raus, weil mier die Höhe ausging. Irgenwann war ich dann auch aus dem WIndband raus und es ging besser vorwärts. Ich hatte sogar noch eine schöne Höhe über dem Landeplatz zum runtersauen.

Der Niederbauen ist der bessere Zugerberg!

So kamen wir doch noch zum soaren und haben das Beste aus diesem Montag gemacht!
 

Gruzzl

Marcob

El San Germano

 Der heilige Marco